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Log20.10.2019

DAS 1X1 HOCH 10 DER STADTPLANUNG

DAS 1X1 HOCH 10 DER STADTPLANUNG

Interview mit  Hanna Noller, Mitarbeiterin des Instituts für Städtebau der Universität Stuttgart, Mit-Gründerin der Initiative Stadtlücken e. V.

Was ist Stadtplanung? Wie entsteht ein Masterplan? Und habe ich Einfluss darauf? Hanna Noller Mitarbeiterin des Instituts für Städtebau der Universität Stuttgart, Mit-Gründerin der Initiative Stadtlücken e. V. gibt Einblick, wie klassische Stadtplanung Schritt für Schritt funktioniert und wo kreative stadtmachen und stadtmacheninnen dennoch Initiative ergreifen können.

 

Mitmachzentrale: Wer bist Du und warum bist Du heute hier bei der stadtmachen Akademie?

Hanna Noller: Ich bin Hanna Noller von der Initiative Stadtlücken aus Stuttgart. Stadtlücken ist ein gemeinnütziger Verein, der durch Interventionen im öffentlichen Raum zeigen möchte, wie sich eine lebenswerte Stadt mitgestalten lässt. Zum Beispiel bespielen wir gerade interimsweise den Österreichischen Platz in Stuttgart. Wir wollen so den Platz von einem „Unort“ zu einem Ort der Begegnung und der Kreativität machen.

Über eine Recherche zu meiner Masterarbeit bin ich auf Laura Bruns von stadtstattstrand gestoßen und habe Kontakt zu ihr aufgenommen. Sie hat mich dann als Impulsgeberin zu Camp#1 der stadtmachen Akademie eingeladen, damit ich Euch aus der Arbeit von Stadtlücken berichte.

Mitmachzentrale: Wie erging es der Initiative Stadtlücken, als sie expandierte und Erfolg hatte?

Hanna Noller: Im Frühjahr2018 haben wir erstmals mit der Kampagne „Wo ist eigentlich dieser Österreichische Platz“ den Platz unter der Paulinenbrücke ins Visier genommen und dort eine erste kleine Intervention durchgeführt. Die Ergebnisse haben wir ausgewertet und persönlich ins Rathaus getragen. Das ist scheinbar gut angekommen, denn wir haben Mittel für die Bespielung des Platzes bis Oktober 2019 zugesprochen bekommen. Wir hatten keine Angst vor den Aufgaben, die damit auf uns zukamen und sind einfach Schritt für Schritt weiter vorangegangen.

Mitmachzentrale: Wie soll es nun mit dem Platz weitergehen?

Hanna Noller: Wir haben den Verantwortlichen der Stadt Stuttgart eine Konzeptidee vorgestellt und haben neue Ideen für die Belebung des Österreichischen Platz entwickelt. In der Konzeption wurde unter anderem die Stelle eines Streetworkers gefordert. Für die Stelle sind im Unterbau unter den Straßenbrücken auch Räumlichkeiten vorgesehen. Wir sammeln auch noch weitere Ideen und hoffen, dass es mit dem Platz als Begegnungsort weitergehen kann.

Mitmachzentrale: Wie habt ihr eure Ansprechpartnerinnen und -partner gefunden, mit denen ihr das Projekt um den Österreichischen Platz verwirklichen konntet?

Hanna Noller: Innovative Ideen und private Kontakte führten nach und nach zu Ansprechpersonen sowohl in der Verwaltung als auch zu Expertinnen und Experten, die uns bei der Umsetzung unserer Ideen helfen konnten.

Mitmachzentrale: Was muss man als Initiative bei der Zusammenarbeit mit der Stadt beachten?

Hanna Noller: Wichtig ist vor allem die gegenseitige Wertschätzung. Es geht nicht darum, sich gegenseitig Vorwürfe zu machen, sondern darum, konstruktiv zusammenzuarbeiten. Nur so kann das Projekt vorangebracht werden.

Mitmachzentrale: Wie sieht für Dich die Stadtplanung der Zukunft aus?

Hanna Noller: Früher sind die guten Stadtplanerinnen und Stadtplaner vor allem in die Verwaltung gegangen. Heute werden von den Studierenden und Berufsanfängerinnen und -anfängern eher die Planungsbüros bevorzugt. Ich bin der Meinung, dass junge Stadtplanerinnen und Stadtplaner wieder verstärkt in die Verwaltung geführt werden sollten, da dort die wichtigen Entscheidungen getroffen werden und viel Einfluss möglich ist.

Mitmachzentrale: Was braucht es Deiner Meinung nach für eine aktive Mitgestaltung in der Stadt?

Hanna Noller: Mein Leitspruch ist: Aktivierung statt Beteiligung. Es braucht eine Anstoßwirkung, die die Menschen aktiviert. Wichtig ist dafür die gezielte Streuung von Informationen. Die Stadt muss besser arbeiten als jede Werbeagentur und mehr in Öffentlichkeitsarbeit investieren.

 

Das Interview führten

Nora Rebmann, Marianella Munoz und Uli Sailer von der Mitmachzentrale Gerlingen

Das hat uns an dem Impulsvortrag besonders inspiriert

Besonders inspiriert hat uns an Hanna Nollers Impuls der Mut und die Entschlossenheit, mit der die Gruppe das Projekt am Österreichischen Platz angegangen ist. Aus dem ersten Pilotprojekt wurde ein längerfristiges Projekt, mit immer wieder neuen, tollen Ideen und Impulsen. Da wir aus der Nähe von Stuttgart sind, ist die Initiative Stadtlücken für uns ein motivierendes Vorbild.

 

Redaktion:

Tilla Ziems vom vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V.

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